Gib deiner KI eine Blacklist
Dein Leser erkennt einen Copy-Paste-KI-Text in Sekunden. Die Muster hat er schon hundertmal gelesen, also liest er gar nicht erst weiter. Schuld ist meistens eine Handvoll Floskeln, die jedes KI-Modell von ganz allein einbaut.

Die Lösung ist eine Liste. Du hältst fest, welche Floskeln und Muster die KI bei dir nicht überstrapazieren soll, legst diese Liste zu deinem KI-Projekt und von da an gleicht die KI jeden Entwurf dagegen ab.
Der Moment, in dem dein Leser abschaltet
Jedes Modell hat seine Lieblingswörter, und es streut sie großzügig ein. „Ganzheitlich". „Kraftvoll". „In der heutigen schnelllebigen Welt". Dazu die immer gleichen Satzmuster: erst verneinen, dann die angeblich richtige Antwort nachschieben. 3 Aufzählungen. Ein Gedankenstrich an jeder zweiten Ecke.
Einzeln ist keins davon schlimm. In Summe ergeben sie genau den Ton, bei dem dein Leser abschaltet.
Den Anfang macht die KI selbst
Das Praktische daran: Die KI weiß ziemlich genau, wie KI klingt. Du musst sie nur danach fragen. Öffne einen Chat und gib diesen Auftrag:
Prompt zum Kopieren
„Recherchiere die typischen Floskeln und Satzmuster, an denen man KI-Texte sofort erkennt. Schreib sie als KI-Blacklist in eine Markdown-Datei, die ich in meinen Chats nutzen kann."
Nimm das als ersten Entwurf. Spannend wird es im nächsten Schritt.
Was bei mir auf der Liste steht
Die KI-Version ist ein guter Start. Ihren Wert bekommt die Liste, wenn du sie zu deiner machst. Bei mir stehen zum Beispiel diese Klassiker drauf:
- Antithesen wie „nicht X, sondern Y". Das häufigste KI-Muster überhaupt.
- Dreiklänge, die drei Aufzählungen oder drei gleich gebaute Sätze hintereinander stapeln.
- Buzzwords wie „ganzheitlich", „kraftvoll", „transformativ".
- Floskel-Eröffnungen wie „In der heutigen schnelllebigen Welt".
Die Liste verbietet dir nichts. Den ein oder anderen dieser Bausteine setze ich selbst durchaus ein, wenn er an genau die Stelle gehört. Sie sorgt nur dafür, dass die KI diese Muster nicht über jeden Text streut, bis alles gleich klingt. Du behältst die Hand am Steuer, die KI verliert ihren Automatismus.
Eine Liste, die mit dir mitwächst
Speicher sie als eigene Datei, zum Beispiel floskel-blacklist.md und leg sie in dein KI-Projekt. Dann gilt sie automatisch in jedem Chat dort. Hast du noch kein Projekt, kopier sie bei Bedarf oben in den Chat.
Fällt dir ein neues Reizwort auf, hängst du es an. Merkst du, dass du eine Formulierung doch gern benutzt, streichst du sie wieder. Nach ein paar Wochen ist die Liste ein ziemlich genaues Abbild deines Geschmacks geworden, kein Dokument von der Stange.
Lies jede Zeile laut. Was du laut nie sagen würdest, schreibst du auch nicht.
Warum dieser kleine Schritt so viel ausmacht
Die Blacklist ist der unscheinbarste Baustein in meinem Setup, und zugleich der, den ich am wenigsten hergeben würde. Mein LinkedIn läuft seit Juli 2025 komplett KI-gestützt. Trotzdem liest sich kein Beitrag wie von der Stange. Den Unterschied macht unter anderem diese eine Datei, die im Hintergrund jeden Entwurf mitliest.