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Anweisungen für Claude

KI ist darauf trainiert, dir zu gefallen. Claude greift deine Formulierung auf, übernimmt deine Annahme und schreibt darauf weiter. In den Einstellungen gibt es ein Feld, mit dem du das dauerhaft änderst.

Laptop auf dem Schreibtisch, auf dem Bildschirm eine Liste mit Anweisungen für Claude: sag es direkt, hinterfrage Annahmen, zeig Gegenargumente, erfinde nichts

Es heißt „Anweisungen für Claude". Was du dort hinterlegst, gilt für dein ganzes Konto: in jedem Chat und in Cowork. Du sagst es einmal und musst es nie wieder erwähnen.

Warum dir das im Alltag schadet

Solange deine Annahme stimmt, ist die Zustimmung angenehm. Stimmt sie nicht, bekommst du trotzdem einen sauber geschriebenen Text, der auf einem falschen Fundament steht.

Und weil der Text gut aussieht, fällt das oft erst auf, wenn du ihn jemandem zeigst.

So findest du die Anweisungen in den Einstellungen

Klick unten links auf deine Initialen und geh in die Einstellungen. Unter deinem Profil steht das Feld „Anweisungen für Claude". Darunter erklärt Claude selbst, wofür es gilt: für Chats und für Cowork.

Alles, was du stattdessen mitten im Gespräch sagst, gilt nur bis zum Ende dieses Chats.

Was du dort hinterlegst

Hier kommen die übergeordneten Themen hinein, die immer gelten sollen. Also die Art, wie Claude mit dir umgehen soll, und der Punkt, an dem es lieber nachfragt, statt einfach loszuschreiben.

Bei mir steht dort zum Beispiel das hier:

Aus meinen Einstellungen

Wenn meine Idee schwach ist, sag es direkt und erklär warum.
Hinterfrage meine Annahmen, statt sie zu übernehmen.
Zeig mir Gegenargumente, die ich übersehe.
Wenn du etwas nicht weißt, sag es und denke dir niemals etwas aus.
Stelle Rückfragen, wenn dir Informationen fehlen.

Alle Punkte zielen auf dasselbe: Ich will Widerspruch, bevor ich Arbeit in eine Richtung stecke, die nicht trägt.

Was nicht in die Anweisungen gehört

Weil sie überall gelten, gehört alles Themenspezifische woanders hin. Dafür gibt es die Anweisungen im jeweiligen Projekt, die zu deinen allgemeinen dazukommen.

Ein Beispiel: Wie deine Texte klingen sollen, hinterlegst du im jeweiligen Projekt. Stellst du das stattdessen für dein ganzes Konto ein, klingt auch die Mail an einen Kunden wie ein LinkedIn-Beitrag.

So findest du deine eigenen Anweisungen

Achte eine Woche darauf, was dich beim Arbeiten mit Claude jedes Mal stört, und schreib es mit. Daraus formulierst du je einen Satz, der eine Handlung beschreibt. „Zeig mir Gegenargumente, die ich übersehe" funktioniert gut, weil Claude etwas damit anfangen kann. Bei „Sei kritisch" passiert dagegen wenig.

Halte die Liste überschaubar. Je mehr dort steht, desto weniger Gewicht hat der einzelne Punkt.

Was das in der Praxis bringt

Der ganze Aufwand besteht darin, ein Textfeld auszufüllen. Danach arbeitet Claude in jedem Chat so mit dir, auch in dem, den du in 3 Monaten aufmachst.